Interview mit Michael Fialik

Im dritten Teil der Mitarbeiter-Interview-Reihe stellen wir heute Michael Fialik (24 Jahre alt) vor.

Michael, was war der erste Berufswunsch, an den du dich erinnern kannst?
Tierarzt! Immer Tierarzt, bis ich zwölf war, da war es dann direkt Entwickler.

Wie wurdest du von dort zum Online-Marketing getrieben, bzw. gab es ein bestimmtes Ereignis, das dich diese Richtung hat einschlagen lassen?
Ich bin irgendwann eher zufällig auf Programmiersprachen gestoßen und dann war das Interesse schlagartig da. Außerdem lag mir Latein doch nicht so, wie ich anfangs dachte. Ich hab dann erst eine Ausbildung in Elektrotechnik gemacht, um mein Fachabitur in Informatik zu kriegen und hab anschließend in Holland Informatik studiert. Mein Bachelor-Projekt habe ich bei einer Firma in Südafrika (Kapstadt) gemacht und bin dann zu der Agentur gelangt, aus der plista hervorgegangen ist.

Wofür bist du bei plista zuständig?
Hauptsächlich bin ich für die Portal- und Satellite-Netzwerk-Geschichten zuständig und dafür verantwortlich, dass das funktioniert.

Und was schätzt du an der Arbeit in einem Startup?
Es ist sehr unkompliziert. Es ist angenehm, wie die Dinge erledigt werden und es gibt keine großen Hierarchien. Wenn man Ideen hat und die Leute dafür begeistern kann, findet man schnell Gehör.

Hast du irgendwelche Hobbies, die dich einzigartig machen?
Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Musik, mit allen Arten von Musik. Vor allem mit Musik-Support in jeglicher Hinsicht. Reggae und Hip-Hop sind so meine Richtungen. Da geht es dann darum, selbst Musik zu machen, Konzerte zu veranstalten und um allerlei Promo-Sachen.

In welchen sozialen Netzwerken bist du angemeldet und welche Relevanz bzw. Glaubwürdigkeit hat Werbung dort für dich?
Ich bin privat in keinem einzigen sozialen Netzwerk angemeldet, ich nutze sie für Promo-Zwecke. Dafür sind die Netzwerke ideal, weil man sofort den Kontakt zu anderen Leuten hat. Private Daten würde ich da allerdings niemals reinstellen, auch keine Fotos von mir oder andere Dinge. Werbung hält sich bei Facebook noch in Grenzen, das ist bei MySpace schlimmer. Wobei die Profile der Leute bei MySpace meist noch schlimmer als die Werbung sind. Da blinkt es überall, ist laut und einfach nur furchtbar unübersichtlich. Ansonsten hält es sich ja in Grenzen, da die Netzwerke es ja auch noch nicht geschafft haben, sich entsprechend darüber zu finanzieren.

Wer sind deine Vorbilder in der Branche? Wer inspiriert dich?
Konkrete Personen als Vorbilder hab ich eigentlich gar nicht. Mich inspirieren Menschen, die Ziele haben und alles daran setzen, diese Ziele zu erreichen. Wenn man zum Beispiel auf einer Party mit jemandem ins Gespräch kommt, der sagt, was er vorhatte, und wie er es erreicht hat, was er geworden ist: So jemand ist ein Vorbild. Ich möchte auch einfach nicht 100% wie jemand anderes werden.

Manche Experten sagen, das Social Web sei auf einem Höhepunkt angelangt, an dem das Interesse daran, sein Leben im Internet darzustellen, wieder mehr abnehmen wird.
Andere Experten sprechen davon, dass Facebook und Twitter nur die ersten gut funktionierenden Modelle waren und unsere Privatsphäre in Zukunft völlig verloren gehen wird. Mark Zuckerberg sagte ja schon einmal, auf Kritik an Facebooks Datenschutz, dass Privatsphäre in der heutigen Zeit ein völlig veraltetes Konzept sei. Was denkst du persönlich, wie wird die Entwicklung weitergehen?

Die Vorstellung, Privatsphäre sei überholt, finde ich persönlich ganz schrecklich. Mark Zuckerbergs O-Ton war ja, Privatsphäre sei ein Konzept der 90er-Jahre, da musste ich auch schwer schlucken. Die Zusammenhänge zwischen all dem sind schon ein wenig beängstigend. Ich muss ja nicht einmal bei Facebook angemeldet sein, damit Facebook genug über mich weiß.
Es wäre nicht verkehrt, wenn die Leute wieder ein wenig mehr auf ihre Daten achten würden. Für die großen Firmen ist das natürlich ein wunderbarer Zustand, auch die Vernetzung der Kunden untereinander. Ich glaube, viele Leute sind sich während des Surfvorgangs auch gar nicht bewusst, was dort im Hintergrund alles abläuft. Das Internet ist vielfach auch als Spielwiese da. Man sieht das schon an dem Satz „Ich bin auch im Internet!“. Was bedeutet das? Bedeutet das, man guckt Filme, man ist in sozialen Netzwerken, man unterhält sich mit Leuten, benutzt Enzyklopädien? Es wird immer noch alles als eine große Sache wahrgenommen, dabei ist das Internet derart vielfältig und auch die Gefahren sind komplexer, als sich einfach nur einen Virus auf dem Rechner einzufangen. Ergo wäre es allgemein wünschenswert, wenn die Leute wieder mit mehr Verstand dabei wären.

In welchen Momenten fühlst du dich durch Werbung genervt?
Ganz schlimm finde ich Sound. Wenn mir auf irgendeiner Seite ungefragt Sound um die Ohren ballert, klick ich das auch sofort weg, ohne da irgendetwas wahrzunehmen. Schlimm finde ich auch so blinkende Skyscraper oder andere großformatigen Banner. Werbung ist gut, Werbung ist wichtig, aber wenn eine Seite mehr Werbung als Inhalt hat, gibt es für mich auch keinen Reiz, häufig auf dieser Seite zu sein.

Wie sieht für dich die Zukunft des Online-Marketing aus und welche Rolle könnte plista dabei übernehmen?
plista ist genau die Art, wie Werbung zumindest auf eine Weise weitergehen könnte. Es muss eben „intelligenter“ werden. Die ganze Seite darf nicht mit Media-Markt-Werbung zugekleistert werden, in der Hoffnung, dass der Benutzer das Media-Markt-Logo 20.000 Mal in zwei Minuten sieht. Die Werbung sollte halt nur dann erscheinen, wenn ich, warum auch immer, Interesse zeige. Daher finde ich das plista-Prinzip schon ziemlich zukunftsorientiert.

Könntest du dir vorstellen, in einer gänzlich anderen Branche zu arbeiten?
Tierarzt hat sich ja erledigt, mit Latein fang ich nicht wieder an *lacht*! Aber sonst, klar, zum Beispiel Eventmanagement, vielleicht auch irgendwas ganz anderes. Mal gucken, was in zehn Jahren sein wird. In der jetzigen Situation kann ich mir nicht vorstellen, etwas anderes als Entwickler zu machen, aber generell, warum nicht in 20 Jahren?

Hättest du völlig freie Hand, wie würdest du deinen Arbeitsplatz gestalten?
Wir haben ja eigentlich keine Beschränkungen. Ich meine, ich hab viele Blumen, meine Tees, eine Fahne, ein paar schöne Poster, ich hab meine Sitzbälle… Und wenn ich sagen würde, ich hätte gern ein Fußbad und geb auch was dazu, dann wär das sicherlich auch kein Problem *schmunzelt*.

Zum Abschluss: Hätte plista ein Tier im Logo, für welches würdest du dich entscheiden?
Einen Papagei. Papageien sind lernfähig, vielfältig und es gibt sie in vielen Farben, was auch ganz gut zu plista passt!

Herzlichen Dank, Michael!

Kategorie: plista - Das Team

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